Sich selbst erkennen

braucht
Liebe.
So kommt es mir von den Weisen entgegen.

 

Liebe dich selbst …
dann kannst du auch deinen Nächsten lieben.

Den dümmlichen Erfolgsfanatiker
mit seinem Porschefaible
… nur zum Beispiel,
weil er dich gerade so nervt.

 

Es hapert aber bereits mit der Liebe zu sich selbst.
Liebe ich mich selbst?
Die Frage berührt mich peinlich,
verschämt wendet sich etwas in mir ab.

 

Was stellt er sich überhaupt unter Liebe vor?

der-grosse-spiegelsaal

Nicht umsonst hat er gestern
– nicht erkennend, dass es heute schon Verwendung findet –
im Brief des Apostels an die Korinther gelesen,
jene berühmte Stelle von der Liebe,
die von Dichtern und Komponisten aufgenommen wurde,
unter anderem in dem Film Drei Farben Blau
als Hymne für Europa vertont wurde.

Die Liebe ist langmütig und freundlich,
die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen,
sie blähet sich nicht,
sie stellet sich nicht ungebärdig,
sie suchet nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber der Wahrheit;
sie verträgt alles,
sie glaubet alles,
sie hoffet alles,
sie duldet alles.

Die Selbsterkenntnis erinnert an den Vers
„und Adam erkannte sein Weib Eva“…
an die Lust also, die das Erkennen verschafft,
aber auch an die Folgen. Erkenntnis, so sie eine ist,
hat Folgen. Ein schönes Maßzeichen, wenn ich
wissen will, ob ich mich selbst erkannt habe,

Ja, mein Lieber, wenn es erwünschte Folgen hat,
stärkere Präsenz, weniger Trübsinn, mehr Mut.

Es ist zu spüren, ob die Selbsterkenntnis dich ereilt.