Wozu

 

Zeigen, wie man gelebt hat.

Wem man begegnet ist.

Wer einen beeinflusst und geprägt hat.

Sich selber zeigen,
aufhören sich zu verbergen. Endlich.

 

Zeigen, wie man

aus dem Käfig des man entkam,

und wie man ansprechbar wurde:
zeigen, wie aus dir ein Gegenüber, ein Partner

herausbrach. Ein Frühlingstraum.

 

Zeigen, wonach du strebtest.

Zeig ruhig, was du erreichtest. Und wie!

Das kann sehr bedeutsam sein — für mich, dein Gegenüber.

Was dir lieb und teuer war, zeig. Was dich erfüllt

und beherrscht hat, was du lernen „durftest“.

 

Zeuge sein. Fürs eigene Leben der einzige Zeuge.

Ob du gerne lebtest. Bisher.

Ob es dir vergönnt war gern zu leben.

In welche Turbulenzen du geraten bist.

Wie du dich da bewährt hast …
und wenn nicht, wie du durchkamst.
Einfach nur durchkamst.

Sonst wärst du ja nicht da.

Wie wenig du durchblicktest. –

Auf Ausnahmen ist doch jeder gespannt.

 

Und ein „Ich“ gab es auch.

So sieht es wenigstens aus, denn mit dem „Ich“
beginnen die großen Fragen, unlösbar allesamt,
aber eben deshalb zu jenen „schönen Gesprächen“ anregend,
in denen wir – ein Du, ein Ich – diese Fragen bewegen…
und uns mit ihnen.

Zu sich selbst kommen / außer sich sein,

zwei Ereignisse, über die zu sprechen uns gut tun wird.

 

Und die Frage „wozu“.

Im Sinne eines „wohin“ (wird das alles noch führen).

Und wenn diese Frage aufkommt,
dann auch die nach dem „woher“.

Alles was war und alles was sein wird

scheint dazu da zu sein, „jetzt“ zu sagen. Und „hier“.

 

Denn zurückschauen soll man nicht!
Dann wäre man wie jene Frau des Lot, namenlos,
die zur Salzsäule erstarrte.

 

Aber – so schwer für uns aufgeklärte Zeitgenossen! –

wir sollen auch nicht voraus schauen.

Auch das ganze Organisieren hindert daran, da zu sein.

Mal ganz abgesehen davon, dass keiner von uns ein Seher ist,
Im Vorausplanen kannst du ebenso erstarren,

wie im Schock des Zurückschauens.
Weder in die Zukunft noch in die Vergangenheit flüchten.

nicht wegschauen von dem, was jetzt und hier ist.

Ich treibe auf den Wassern der Sintflut,

du zweifelst – und jubelst dann doch ob meiner Errettung.

Sie ist ja deine gleich mit.

 

Und die Geschichte des Lebens,
die Geschichte meines Lebens, deines Lebens.

seines und ihres Lebens,

bricht durch zu diesem „jetzo“,

zu diesem Ort des jetzt da seins. Ja ich bin jetzt da,

nicht mehr verstrickt im Vergangenen

nicht mehr gebannt vom Kommenden,

herausgezogen aus den Wassern der Zeit.

bin ich geborgen im Wort.

 

Die Geschichte anschauen,

mitten im Herzen Mitgefühl mit sich selbst

und mit ihm und mit ihr. Und mit uns.

Alles anschauen. Es sehen. Nochmal und nochmal.

Nicht ausbrechen aus dem Sehen,

nicht ausweichen in die Bewertungen,

die der Verstand bereit hält – als Abkürzung angeblich.

Es braucht keine Abkürzung zum Jetzo.

Es gibt keine. Vergangenheit und Zukunft
sind nur der Stoff, der dich zur Besinnung bringt,

auf dass du dich besinnst, was dein Leben von dir verlangt.

Now and here.

 

Louis Lau, Oktober 2011 / November 2016

 

„Sie erzählen, wir schreiben Ihre Lebensgeschichte“
das ist unsere Arbeit und unsere Kunst

 

Hier die nötigen Hinweise für Ihre Zusammenarbeit mit der Memoirenwerkstatt:

~ Wir schließen einen Vertrag, in dem alle Einzelheiten der Arbeit geregelt sind.

~ Normalerweise kommen Sie für das biografische Interview zu uns nach Polling,
wenn das nicht möglich ist, kommen wir zu Ihnen.

~ Das Interview dauert vier Tage, meistens von Montag bis Donnerstag; alles
auf einmal zu erzählen, lässt den Erzähler viel tiefer in seine Geschichte eintauchen.
Zwei Zuhörer unterstützen den Erzähler durch Fragen und durch Mitgefühl.

~ Ein Tonband läuft mit.

~ Das aufs Band Gesprochene wird wörtlich abgeschrieben.

~ Es wird eine Idee (ein Konzept) formuliert, wie die Geschichte im geschriebenen Text
strukturiert sein könnte, und es wird ein Probekapitel geschrieben. Beides zusammen
verschafft dem Erzähler ein Bild des Ganzen (das er selbst weiter verändern und
entwickeln kann).

~ Es werden dann die weiteren Kapitel geschrieben und Bilder eingefügt.

~ Der Erzähler liest das Manuskript und bespricht mit dem Verfasser alle Dinge, die er noch
verändert haben möchte.

~ Das Buch wird hergestellt (Satz, Druck, Umschlag, Bindung).

 

 

Der zeitliche Aufwand beträgt alles in allem zwischen 400 und 600 Stunden.

Wir rechnen jedoch nicht nach Stunden ab, sondern auf der Basis der Buchseiten:
pro Seite 75 Euro.

Die Kosten für ein Buch von 150 Seiten betragen also rund 11 000 Euro.

Wir sind bei den Zahlungsmodalitäten flexibel.

Wenn ein Kunde jedoch lieber auf Stundenbasis abrechnen möchte, beträgt das
Honorar 60 Euro/Stunde.