I pray that you may have
the power to comprehend,
with all the saints,
what is the breadth
and length
and height
and depth,
and to know the love of Christ
that surpasses knowledge,
so that you may be filled
with all the fullness of God.

Ephesians 3:14-19

 

Tag und Nacht bin ich damit befasst, zu erflehen,
euch möge die Kraft aufgehen,
zu verstehen und zu erfassen und zu sehen,
zusammen mit allen Menschen, die ganz geblieben sind:
Zu verstehen, zu erfassen und zu sehen
die Breite
und die Länge
und die Höhe
und die Tiefe.

Und in eurem Herzschlag und in eurem Atem
die Liebe des Christus, des Messias zu erleben,
eine Liebe, die alles Wissen überschreitet.
Denn dann werdet ihr erfüllt werden
mit wahrer Fülle, unermesslicher Fülle, Gottesfülle.

Brief an die Epheser, 3, 14 – 19

Die Worte erinnern (mich) an jene (für mich) so bewegende Stelle in der
Genesis, als Noah seine Arche baut und ihm Gott die Maße dieses Kastens
vorsagt und (anscheinend) kein einziger Mensch auf der Welt außer Friedrich
Weinreb diese Maße und das hebräische Wort tewa wirklich ernst nimmt, um
so die biblische Erzählung mit einem einzigen Satz zu uns herüber zu holen.
Tewa bedeutet (geschriebenes) Wort – mein Gott, was für ein überraschter
Ausruf von Malka Kozer, meiner Hebräischlehrerin aus Jerusalem, als ich
den Zusammenhang ansprach. Ich kann einfach nicht verstehen, dass Men-
schen, deren Mutter­sprache Hebräisch ist und die biblisches Hebräisch in
einem Onlinekurs für Schüler auf der ganzen Welt unterrichten, nicht eine
ganz neue Welt aufgeht, eine Welt, in der sie frei atmen und sich freuen
können, nicht mehr bedrängt vom düsteren Schicksal einer Sintflut oder
Apokalypse – einem bös geworde­nen Gott. Mein Gott – die Erlösung von
allen bedrückenden Gedanken, und sie wird einfach so übergangen, einfach
so als „interessantes Phänomen“ abgetan. Habt ihr vielleicht die Rettung im
Wort gar nicht nötig?

Und jetzt also die tewa des Paulus: nicht nur Höhe, Breite und Länge, sondern
auch noch eine unermessliche Tiefe, sind ihre Maße; enthält dieses neue Wort
doch die Liebe und das Geheimnis von Jesus Christus, dem fleischgewordenen
Wort, das unter uns wohnt und uns mit hinein nimmt in das Mitleiden an den
Geburtswehen des ganzen Kosmos, der ganzen Natur, aller Menschen. Ich bin
gestorben (habe gesehen, dass diese sichtbare Wirk­lichkeit nicht der Ursprung
des Leidens und der Heilung ist) und lebe nun mit dem Auferstandenen, der
den Tod und die Gleichgültigkeit und das Grab hinter sich gelassen hat.

Das gilt für euer Leben. Wir wollen uns aufmachen, diese Arche zu bauen, die
dein Leben ist und mit der du die Entseelung (mabul) überlebst und in der du
dein wirkliches Leben weitergeben kannst.

***

Louis Lau, 18. April 2015